Sich ein Herz fassen; sich etwas zu Herzen nehmen; aus seinem Herzen keine Mördergrube machen; das Herz auf dem rechten Fleck haben; ein Herz und eine Seele sein; ein Kind unter dem Herzen tragen; jemandem sein Herz ausschütten; offenherzig sein; großherzig sein; ein großes Herz haben; gutherzig sein; ein gutes Herz haben; kaltherzig sein; ein Herzensbrecher sein; jemandem ans Herz wachsen bzw. gewachsen sein; etwas (nicht) übers Herz bringen; sein Herz an etwas hängen; sein Herz in beide Hände nehmen; etwas halbherzig tun; etwas von ganzem Herzen tun; "Hand aufs Herz""; auf Herz und Nieren prüfen; herzhaft schmecken; jemanden herzen; am Herzen liegen; zu Herzen gehen; etwas auf dem Herzen haben; jemandem wird leicht(er) ums Herz; jemandem fällt ein Stein vom Herzen.

Redewendungen des Deutschen
"f-moll: Scheinet eine gelinde und gelassene, wiewohl dabey tieffe und schwehre, mit etwas Verzweiffelung vergesellschaffte, tödtliche Hertzens-Angst vorzustellen, und ist über die massen beweglich. Er drücket eine schwarze, Hülff-lose Melancholie schön aus, und will den Zuhörern bisweilen ein Grauen, oder einen Schauder verursachen."

Johann Mattheson, aus der Tonartencharakteristik von 1713
"Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser Mensch bringt Böses hervor aus seinem bösen Schatz." "Denn aus dem Herzen kommen arge Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Dieberei, falsch Zeugnis, Lästerung."

Jesus Christus, Das Evangelium nach Matthäus, 12, 34-35; 15, 19
"Ich bin mir freilich darüber im klaren, dass wir nicht das Teilchen unseres Fleisches meinen, das hinter den Rippen verborgen ist, wenn wir hören, wir sollten Gott 'aus ganzem Herzen' lieben, sondern dass jene Kraft gemeint ist, aus der die Gedanken entstehen."

Augustinus: De anima et eius origine IV, 6
"Verliere nicht die Zeit des Tages mit Arbeit, soweit du nicht für das Wohl des Hauses zu sorgen hast. Wenn aber schon Besitz da ist, folge lieber dem Herzen! Denn Besitz führt zu nichts, wenn man sein Herz vernachlässigt."

Ptahholeb, Weiser aus dem dritten Jahrtausend vor Christus
"Ich bereue die stumpfsinnigen und schwarzen Jahre, die ich in Paris gelebt habe. Es gibt eine Vernunft des Herzens, von der ich nichts mehr wissen will, denn sie dient niemandem und hat mich an den Rand meines eigenen Verderbens gebracht."

Albert Camus: Tagebuch, 1.-23. Dezember 1954 (Rom), in: Albert Camus: Licht und Schatten. Prosa. Reinbek bei Hamburg 1996. S. 61 f.
"Das Herz gilt, auch im Zeitalter seiner Transplantierbarkeit, in den dominierenden Sprachspielen unserer Zivilisation noch immer als das Leitorgan der verinnerlichten Menschlichkeit."

Peter Sloterdijk: Sphären I. Blasen. Frankfurt a.M. 1998. S. 101